Alexander Dworkin – ein Opfer von Hackern

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Eine US-amerikanische Sicht aus Moskau

Dr.phil. William Yoder

 

Prof. Alexander Dworkin (Moskau), der bekannteste und umstrittenste Sektenkundler Rußlands, berichtete dem Verfasser am 24. August, daß er von Hackern heimgesucht worden sei. Hin und wieder verstreut die anonyme Adresse "info@about-dvorkin.ru" Meldungen nahezu täglich. Der orthodoxe Gelehrte erläuterte: "Im Jahre 1974 war ich noch Hippie und damals beriefen sich viele von uns auf eine vermeintliche psychische Labilität, um der Wehrpflicht zu entkommen." Nach einem Monat in einer psychiatrischen Anstalt (die damals gängige Praxis) wurde er als wehrmäßig untauglich eingestuft. Nahezu alle "Enthüllungen" der Hacker stammen aus diesem Krankenhausaufenthalt. Jemand hatte sich illegal Zugang zu diesen Dokumenten verschafft und manche verfälscht. Dworkin ist 1977 auf dem Umweg über Italien in die USA ausgewandert.

Diese Angriffe setzten im vergangenen April ein. Die gehackten Adressenlisten ermöglichten den Tätern, alle Menschen anzumailen, die mit Dworkin in Kontakt stehen. Mehrere anonyme "Anti-Dworkin-Sites" mit den neuesten "Enthüllungen" sind aufgetaucht. Mehr als 30 Zeitungen und Journale und Dutzende von Webseiten haben Artikel mit teils gefälschten Angaben veröffentlicht. Dworkin hält Scientologen für die Schuldigen. Ihm fällt ferner auf, daß sich auch russische Pfingstler und Hare Krischna über soziale Netzwerke an der Verbreitung beteiligen. Zum Druck gehören auch anonyme Mails, die dem 59-jährigen mit weiteren Veröffentlichungen drohen, falls er sich nicht "rasch und leise berenten läßt". Er wird ständig gestört durch Anrufe von Unbekannten, die sich als "Journalisten" ausgeben. "Ich habe im Wesentlichen beschlossen, auf diese Attacken nicht zu reagieren", sagte der Professor. Einige wenige Angaben sind allerdings auf seiner Webseite (""iriney.ru") erschienen.

Eine Auffassung, die nicht nur der Verfasser vertritt: Ein solches Treiben ist sowohl illegal wie unmoralisch. Zu derartigen Mitteln dürfen die Anhänger Christi, auch wenn sie sich Dworkins theologischen Auffassungen widersetzen, nicht greifen.

In weiteren Gesprächen ließ Alexander Dworkin wissen, daß er dem Stereotyp eines überzeugten russischen Nationalisten nicht entspricht. Er beschrieb sich selbst als einen "liberalen Konservativen", der sich eher um die Kirche als um die Politik kümmert. Er versicherte, er wäre verrückt, würde er sich auf eine Mitarbeit in der nationalistischen, von Wladimir Schirinowski geführten "Liberal-Demokratischen Partei Rußlands" einlassen. Dworkin beschreibt Alexander Prochanow, Chefredakteur der nationalistischen Wochenzeitung "Sawtra" als "mystischen Stalinisten" mit einer nur nominellen Verbindung zur Orthodoxie. (Der Bruder des Großvaters von Prochanow war Iwan Prochanow (1869-1935), ein Gründer der evangeliumschristlichen und baptistischen Bewegung in Rußland.)

Dworkin bezeichnet sich selbst als Monarchisten im theoretischen Sinne. "Ich halte jede Staatsform im Grunde für verwerflich, doch das größte Übel in einer gefallenen Welt ist das Fehlen jeglicher Regierung. Ich bin überzeugt, daß unter allen Regierungsformen die vererbbare Monarchie die am wenigsten verwerfliche ist. Doch Umstände verändern sich und einiges aus der Vergangenheit läßt sich nicht wiederherstellen. Es wäre utopisch, von einer Wiederkehr der russischen Monarchie zu träumen."

Er insistierte, daß sich ein Großteil der russischen Medien weiterhin in den Händen von Liberalen befindet. Er hat aber auch vehemente Vorbehalte gegenüber Pfingstlern und Charismatikern und meint, die Zukunft der russischen Protestanten wäre sicherer, wenn sie sich von der – wie er sagt – "neo-pfingstlerischen Bewegung" distanzieren würden.

 

Smolensk, den 2. September 2014


 

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