Die selektive Trauer über Donbass.

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Der erste Jahrestag des Abschusses des malaysischen Flugzeugs über Donbass am 17. Juli führte zu einer neuen Welle von Kommentaren. Auf seiner Facebook-Seite bildete Michail Tscherenkow eine Reihe der Opfer ab, jeweils mit der Unterschrift: „Hätte es Putin nicht gegeben, wären wir noch am Leben.“ Tscherenkow kann einen solchen Stil wohl kaum gemeint haben, wenn er von einem neuartigen und verantwortungsvollen Beitrag der ukrainischen Protestanten im politischen Bereich berichtete.

Viele Fragen bezüglich des Fluges MH-17 bleiben unbeantwortet. Wo befinden sich die Tonaufnahmen und der Dispatcher vom Kiewer Kontrollturm an jenem Tage? Wo sind die hochwertigen US-Satellitenaufnahmen geblieben? Nach dem Abschuß eines sibirischen Jets über dem Schwarzen Meer durch ukrainische Seekräfte am 4. Oktober 2001 lieferten die USA umgehend Satellitenaufnahmen, die zeigten, daß eine Rakete die Katastrophe verursacht hatte. (Siehe „Wikipedia“.) Warum hat die von Holland geführte Untersuchungskommission zu MH-17 der ukrainischen Seite (eine der verdächtigten Parteien) ein Veto-Recht über alle Ergebnisse eingeräumt? Den ebenfalls unter Verdacht stehenden Russen wird nicht einmal die Mitgliedschaft im Komitee gewährt. Siehe hierzu z.B.: http://www.globalresearch.ca/why-does-the-west-allow-the-ukrainian-government-to-write-the-official-report-on-the-shoot-down-of-mh-17/5415312”. Wie kann man von einer russischen Schuld ausgehen, ohne offizielle Ergebnisse abgewartet zu haben? Warum war 2001 alles noch so leicht gewesen?

Zählt man noch die 290 Toten von dem iranischen Flieger hinzu, der am 3. Juli 1988 über dem Persischen Golf von der USS Vincennes abgeschossen worden ist, ergibt sich eine Summe von 666 Toten in den drei Fällen. Nicht zu vergessen ist auch der Abschuß eines koreanischen Jumbos durch die sowjetische Luftwaffe am 1. September 1983 mit 269 Toten. Nach „Wikipedia“ sind bis zu 40 zivile Flugzeuge seit 1940 von Armeen und Terroristen in der Luft zerstört worden. Alle diese Opfer sind unserer Trauer und unserer Gebete würdig. Die selektive Trauer untergräbt das christliche Zeugnis überall dort, wo Menschen eine gegenteilige politische Auffassung vertreten.

Heute erleben wir eine Phase der Not, Erweckung und Einheit. Das war das Fazit einer Versammlung von 20 baptistischen Pastoren aus der russischen Region Rostow mit 20 weiteren aus den ukrainischen Regionen von Donezk und Lugansk in der russischen Grenzstadt Nowoschachtinsk am 11. Juli. Wie ebenfalls in der westlich-kontrollierten Ukraine hat die allgemeine Not die christlichen Kirchen im Donbass enger zusammengeführt. In einem Falle verhinderte das rasche Handeln orthodoxer Nachbarn in Lugansk die Beschlagnahme einer baptistischen Kapelle durch separatistische Streitkräfte. Die humanitäre Hilfe fördert die Verständigung zwischen Menschen verschiedener theologischer und politischer Überzeugungen. Ein weiterer Bericht von Pfingstlern ruft geflohene Pastoren dazu auf, in den Donbass zurückzukehren, um ihre Herden neu zu versorgen.

Ohne die russische Seite reinwaschen zu wollen, twitterte Aleksander Boitschenko aus Odessa am 27. Juli: „Traurig aber wahr: Unehrlichkeit, Verrat und Verleumdung . . . gedeihen in den Reihen der Brüderschaft der Evangeliumschristen-Baptisten in der Ukraine. Das weiß ich, denn ich habe es am eigenen Leibe erfahren. . . . Dennoch meine ich, daß in dieser Lage die Liebe Christi obsiegen wird. Der Sieg des Bösen kann nur vorübergehend sein. Zum Schluß siegt die Liebe immer.“ Boitschenko. ein langjähriger Pastor innerhalb der Baptistenunion der Ukraine, wechselte 2011 in eine neugeschaffene Gemeinde der Evangeliumschristen.

William Yoder, Ph.D.

Smolensk, 18 August 2015

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